Gute, böse Birke – Dreckschleuder und Zauberbaum

Birken sind echte Superbäume. Doch sie machen auch viel Schmutz und ärgern Allergiker. Dennoch ist die Birke ein sehr erstaunliches Gewächs mit geheimen Nutzungsmöglichkeiten!

Die Birke ist ein Baum mit vielen Talenten. Im Ziergarten macht sie jedoch ziemlich viel Dreck.
Birke. Ein Baum mit vielen Talenten

Die Birke (Betula) ist ein recht nett aussehender Baum mit meist weißer Rinde. Einige Arten haben dieses Merkmal jedoch nicht, weswegen es manchmal nicht ganz einfach ist sie zu erkennen und zu unterscheiden. Doch bei den hier verbreiteten Birken sind die leuchtend weiße Rinde und der gezackte Blattrand die Haupterkennungsmerkmale.

Trotz vielerlei hübscher Wuchsformen gehört sie jedoch besser nicht in Wohngegenden. Ein wild ausgesäates Bäumchen in der direkten Nähe von Grundmauern, Kanälen oder Pflasterflächen sollte man direkt entfernen. Die Birke ist nämlich ein Tiefwurzler, der gerne auch mal eine Garage anhebt und dadurch das Mauerwerk zerstört, wenn die Wurzeln darunter wachsen.

Die Birke produziert fast das ganze Jahr reichlich Dreck.
Birken. Reichlich Dreck, das ganze Jahr

Abgesehen davon, dass sie das ganze Jahr über Schmutz produziert ist es eine allergierelevante Pflanze! Im späten Frühjahr produziert die Birke massenhaft gelbliche Pollen, die nicht selten in sichtbaren Wolken aus ihr herausgeweht werden. Danach fallen die Pollenzäpfchen ab und ständig verliert sie einige Blätter.

Im Herbst wirft sie ihr Laub nur zögerlich ab, es darf also ständig gekehrt werden. Die trockenen Blättchen sind so leicht, dass sie sich beim kleinsten Windstoß überall hin verteilen, so dass man ihr eigentlich das ganze Jahr über hinterherputzen kann. Wer sich also unnütze Arbeit sparen möchte, sollte auf keinen Fall eine Birke pflanzen!

Birkenrinde wurde schon seit Jahrtausenden für vielfältige Anwendungen genutzt. So auch für den ersten Kleber.
Birkenrinde wird schon ewig genutzt

Dennoch ist die Birke ein höchst interessanter Baum, der schon in der Prähistorie vielfältig genutzt wurde. Das leichte Holz lässt sich einfach bearbeiten, doch weitere Geheimnisse der Birke verstecken sich in der Rinde.

Der Rindenbast wurde seit Jahrtausenden zu Schuhen und Körben verflochten und auch als Schreibmaterial verwendet. Der süße Saft dieses germanischen Zauberbaums ist ein Heilmittel, man kann daraus aber auch Birken-Met herstellen. Wird die Rinde unter Luftabschluss verkocht, entsteht daraus Birkenpech. Dies ist einerseits ein schamanistisches Rauschmittel, andererseits aber auch ein hervorragender Klebstoff. Seit Jahrtausenden wurden damit zum Beispiel die Spitzen auf die Pfeile geklebt!

Also – sehr sympathischer Baum, macht aber Arbeit.

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