Gartenfrage:
Meine etwa 50 Jahre alte Buchenhecke verkahlt zunehmend, sowohl im unteren, wie auch im inneren Bereich. Sie ist bis zu 2 m hoch und etwa 80 bis 100 cm tief. Sie hat zum Teil verwobene Äste, die sich bis zu 2m Länge durch den Heckenkörper ziehen.
Wie kann ich die Hecke wieder zur besseren Durchgrünung bringen?
Gartenantwort:
Daß im Inneren einer Hecke kein Grün mehr entsteht ist völlig normal. Denn wo kein Licht mehr hinkommt, sind Blätter unütz! Deshalb produzieren die Pflanzen dort erst gar keine mehr.

Wir wissen leider nicht wo oder ‚worunter‘ Ihre Hainbuchenhecke steht. Wir gehen davon aus, dass es eine ist, denn es ist der weit verbreitetste Klassiker. Hecken aus echten Buchen sind eher selten und was vielen nicht bekannt ist; Hainbuchen sind gar keine Buchen, sondern Birken!
Lichtmangel mag so gut wie keine Hecke und quittiert ihn mit kargem Wachstum und deutlicher Neigung der Triebe zum Licht. Deshalb der eingeschobene Nebensatz „worunter“. Zum weiteren Verständnis noch der Hinweis; vitale Hainbuchen sind extrem schnittresistent.
Bevor wir zu den Maßnahmen kommen, noch zwei weitere Aspekte.
Hainbuchen werden durchschnittlich etwa 150 Jahre alt, sofern sie nicht geschnitten werden. Jeder Schnitt ist aber auch eine Reduzierung von Lebenskraft und Lebenszeit. Und eine Hecke wird ja ständig geschnitten. Die 50 Jahre Ihrer Hecke sind nicht viel, aber auch nicht wenig – es ist also nicht ausgeschlossen, dass sie bereits überaltert ist.
Noch wahrscheinlicher ist, dass der Boden überaltert ist. Sie haben sicherlich noch nie gedüngt, was auch grundsätzlich richtig war. Auch Hainbuchen sind genügsam, normalerweise ist das Düngen einer Hecke völlig unnötig.
Die Maßnahmen in Ihrem speziellen Fall (alles im Frühling!)
- Steht die Hecke unter irgendwelchen Schattenspendern, sorgen Sie zuerst dafür, dass die gesamte Hecke wieder Licht bekommt.
- Ebenfalls sollten Sie die Hecke im Frühjahr düngen und wässern.
- Vorher jedoch ist ein radikaler Rückschnitt vor dem ersten Austrieb angesagt. Am besten noch im Herbst oder Winter, denn auch Hainbuchen bluten, wenn sie im Frühjahr geschnitten werden.
Den Schnitt am besten erst mal nur auf einer Seite und oben durchführen. So kommt wieder Licht in die Hecke und sie sollte dort normalerweise wieder üppig austreiben. Wenn sie das tut, wissen Sie, dass Ihre Hainbuchen nicht überaltert sind und noch viele Jahre durchhalten werden.

Nur erst mal die eine Seite zu kürzen dient ausschließlich dem Zweck, dass Hecken meistens als Sichtschutz geplant sind. Denn treibt die geschnittene Seite nicht so kraftvoll aus, wie geplant, stehen Sie auf dem Präsentierteller. Die andere Seite können Sie jederzeit nachschneiden, sobald die erste Seite wieder dicht ist.
Wenn das alles nichts genützt hat, wissen Sie allerdings, dass Ihre Hainbuchen ihr Leben so langsam ausgehaucht haben. Gedüngt, gewässert und bis ins tief Holz geschnitten – mehr kann man nicht tun. Dann können Sie sich – ohne Hektik – damit befassen, die Hecke sukzessive mit neuen Pflanzen zu ersetzen.